Kultur des Friedens

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Pressemitteilung, 10. Dezember 2006

Anläßlich der Pazifismus-Tage vom 9.-10.12.2006 in Tübingen wurde von den Mitwirkenden folgende Erklrärung verabschiedet.

10. Dezember 2006, Internationaler Tag der Menschenrechte

Tübinger Erklärung anläßlich der Pazifismus-Tage

Krieg und Gewalt dominieren die Geschichte der Menschheit und prägen immer noch unsere Gesellschaft nach innen und nach außen. Weltweite Militärinterventionen sind heute "selbstverständlich". Wir erleben auch in Deutschland eine Wende von der Zivillogik hin zur Militärlogik in dieser neuen sicherheitspolitischen Welt. Die "Enttabuisierung des Militärischen" ist weitgehend vollzogen.

Auch innerhalb unserer Gesellschaft erleben wir eine Zunahme von Gewaltzuständen und Formen struktureller Gewalt, in unserem Wirtschaftssystem, Verkehrssystem, Umgang mit der Natur, in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Klassenzimmer. Potenziert durch kommerzialisierte, virtuelle Gewalt in den Medien.
Das Ansteigen rechtsradikaler Gewalt zeigt den Zustand einer Gesellschaft, die sich an diese Gewaltbereitschaft zu gewöhnen droht oder sich ohnmächtig fühlt.

Wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Tagung, wollen anknüpfen an die Jahrhunderte lange Tradition pazifistischen Denkens und Handelns. Wir setzen uns dafür ein, Gewaltzustände in unserer Gesellschaft aufzudecken, entgegenzutreten und zu überwinden. Wir fordern ein Verständnis von Erziehung und Zusammenleben, das die menschliche Persönlichkeit stärkt, Mitgefühl und Anteilnahme entwickeln läßt. Dem System der Konfrontation und Konkurrenz wollen wir die Notwendigkeit der Kooperation und Solidarität entgegensetzen.
Darauf baut sich eine Verantwortung auf, politische und ökonomische Strukturen frühzeitig zu verändern, die Destruktion und Gewalt hervorbringen. Pazifismus bedeutet, sich einzumischen in die eigenen Lebensverhältnisse. Pazifismus verstehen wir nicht als eine fixierte Ideologie sondern lebendige Auseinandersetzung mit dem Ziel, Konfliktlösungen zu finden unter Ausschluß kriegerischer Maßnahmen.

Wir setzen uns ein für die Verankerung eines "Menschenrechts auf Frieden", Kriege müssen geächtet werden.
Wir wollen, gemeinsam mit vielen engagierten Menschen, diese Tradition neu mit Leben füllen und einen aktiven politischen Pazifismus entwickeln.

Konstantin Wecker, Hans-Peter Dürr, Daniela Dahn, Felicia Langer, Arno Gruen, Ellen Diederich, Johannes Pfäfflin, Peter Pogany-Wnendt, Heike Hänsel, Rainer Funk, Henning Zierock
u.a.
12.12.06 01:24
 



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